…und die Rezensionen und Stimmen zu seiner CD „Silberstreif“ (2019)

CD Silberstreif

Brot und Rosen

Das neue Cuppatea-Album „Silberstreif“ enthält auch Querbezüge zu Bob Dylan und Americana

[…] Das Gedicht „Bread and Roses“ von Oppenheim wurde 1976 von Mimi Fariña, der Schwester von Joan Baez vertont, und von verschiedenen Interpreten und Interpretinnen wie Judy Collins, Ani DiFranco, John Denver oder eben auch Joan Baez aufgenommen. Die bekannteste Übertragung ins Deutsche schuf 1978 von Peter Maiwald. Renate Fresow vertonte es neu.

Nun hat „Cuppatea“ aus Münster das Lied neu aufgenommen. Das Duo, das sich vor allem auch dem politischen Lied verschrieben hat, spielt auf seinem neuen Album „Silberstreif“ eine wunderschöne Version, die dem auch in Deutschland oft gebrauchten und gehörten Kampflied neue, lyrische und ästhetische Seiten abgewinnt. Getragen wird ihre Fassung von der ausdrucksstarken und klaren Alt-Stimme von Sigrun Knoche. Melodisch orientieren sich Sigrun Knoche und ihr Partner Joachim Hetscher eindeutig an der Originalmelodie, so wie sie auch Joan Baez gesungen hat.
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„Silberstreif“ ist natürlich kein „Americana-Album“, aber wegen seiner schönen Folkmusik mit politischer Haltung ohnehin hörenswert. Zwei weitere Songs sind für mich neben „Brot und Rosen“ als Americana- und Bob Dylan-Apologeten ebenfalls besonders interessant. Der zweite Song auf dem Album heißt „Ich warte auf den Bus“ und ist eine deutsche Übersetzung von „Waiting For The Bus“ von „Chumbawamba“.
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Wild Mountain Thyme“ schließlich, das alte irische Volkslied, das Joachim Hetscher hier sehr ruhig und zurückgenommen singt – nur im Chorus von Sigrun Knoche unterstützt – entfaltet in der Cuppatea-Version eine besondere nachdenkliche Präsenz. […]

Thomas Waldherr M.A., Musikjournalist, in seinem Blog-Beitrag

Persönliche Empfehlung Lied

Cuppatea: Ich warte auf den Bus, Album Silberstreif

„In Zeiten von immer mehr wachsendem Hass gegen alles Fremde sind Lieder, die für ein achtsames Miteinander und gegen Menschenfeindlichkeit Position beziehen, unerlässlich.

Solche Lieder zu finden, ist nicht einfach. Oft sind es nur persönliche Befindlichkeiten die heutzutage besungen
werden. Wenn das Ganze auch noch kommerziell erfolgreich sein soll ist kein Platz mehr für kritische Töne.

Anlass zur Hoffnung gibt das neue Album von Sigrun Knoche und Joachim Hetscher, die seit 2002 als Duo Cuppatea gemeinsam Musik machen. Sie spielen, eigenen Angaben zufolge, auf großen Streikbühnen, in Kulturzentren und Bildungseinrichtungen und widmen „sich vor allem dem politischen, aktivierenden Songwriting“. Altstimme und Bariton passen gut zueinander, ebenso überzeugt die sparsame Instrumentierung sowie die Vielfalt an Musikstilen auf diesem Album.

Silberstreif“ haben Cuppatea ihr, nunmehr achtes, Werk genannt. Mit Songs über die Liebe, Freundschaft und vom Feiern singen sie „gegen den Pessimismus an“, wie es in der Pressemitteilung heißt. Aber auch kritische Themen werden nicht ausgelassen: Krieg und Frieden oder Heimat sind ebenso dabei wie Stücke über wahre Begebenheiten.

Eines davon ist „Ich warte auf den Bus“ – mein persönlicher Favorit auf diesem Album. Darin wird die Geschichte des farbigen Schülers Gary Tyler erzählt, der als 17-Jähriger der Erschießung eines 13-jährigen weißen Jungen beschuldigt und zum Tode verurteilt wurde. Vier Jahre lang befasste sich das Berufungsgericht der Vereinigten Staaten mit dem Urteil, das es schließlich in eine lebenslange Haft umwandelte.

„Woher kam die Pistole, die sie* mir dann unterschob? / Ein Weißer war der Richter, nur Weiße in dem Mob / Den sie Jury nannten. Lebenslänglich war der Spruch / […] / Singen noch die Vögel? Wie riecht der frische Wind? / Ich seh‘ manchmal im Fernseh’n eine Frau oder ein Kind / Vierzig Jahre Knast für nichts, ich warte jeden Tag / Ich warte auf den Bus, ich will nach Haus‘ „
* gemeint ist die Polizei

Menschenrechtsorganisationen, politische Organisationen und Sportler protestierten und setzten sich für Gary Tyler ein. Am 29. April 2016 kam er schließlich nach vier Jahrzehnten frei – für eine Tat, die er nie begangen hat!

Das Lied ist ein Beispiel für die pauschale Verurteilung von Menschen, weil sie anders sind. Ob nun Hautfarbe, Religionszugehörigkeit, sexuelle Ausrichtung, Behinderung, Geschlecht usw. – es gibt nichts, was Grund für eine Herabwürdigung oder Ausgrenzung wäre. Auch wenn das die Rechtspopulisten in unserem Land anders sehen.“

Dieter Kindl, Jurymitglied der Liederbestenliste, Kategorie „Persönliche Empfehlung Lied, Oktober 2019“

Hier geht’s zum Originalartikel bzw. zum PDF des Beitrags.

Rezension im „Folkmagazin“

Sigrun Knoche, Flöten etc. Joachim Hetscher, git etc. prangern die herrschenden Verhältnisse an mit starken Liedern, die Missstände aufzeigen und Hoffnung bringen. Beides wird dringend gebraucht. Sie haben tolle Lieder auf Deutsch gemacht, zwei Lieder auf Englisch klingen noch besser. Wieder eine Cuppatea-CD, die wir sehr empfehlen!

Hier geht’s zum Originalartikel.

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